Home Downloads

Kontakt

Institut für Gesundheitsförderung
und Prävention GmbH
Haideggerweg 40
8044 Graz
tel 050 / 2350 – 37900
fax 050 / 2350 – 77900
e-mail office@ifgp.at

Gesundheitsfolgenabschätzung

Das IfGP hat gemeinsam mit Styria vitalis 2013 eine Gesundheitsfolgenabschätzung (GFA) zur Ganztagsschule in Österreich durchgeführt. Das Projekt wurde gefördert mit Mitteln aus dem sog. Rahmen-Pharmavertrag zwischen Sozialversicherung und Pharma-Industrie, die für „Gemeinsame Gesundheitsziele“ zweckgewidmet sind.

Ausgangslage

Die Lebenswelt Schule beeinflusst mit ihren Rahmenbedingungen (z.B. Schulklima, zeitliche Strukturierung des Unterrichtsalltags, Möglichkeiten, sich ausreichend zu bewegen, gesund zu essen) die Gesundheit von SchülerInnen und LehrerInnen. Der Aspekt, dass die Organisationsform der Ganztagsschule (kurz GTS) auch einen Einfluss auf die Gesundheit von Kindern nehmen könnte, ist bis dato wenig untersucht worden und sollte auch Gegenstand der laufenden politischen Diskussionen zum Ausbau der schulischen Tagesbetreuung sein. Die vorliegende GFA möchte dahingehend einen Beitrag leisten.

Methode

Das methodische Vorgehen orientiert sich am standardisierten Ablauf einer GFA (Screening, Scoping, Appraisal, Reporting und Evaluation). Die Folgenabschätzung basiert auf der Analyse verfügbarer Evidenz unter Einschluss der Perspektiven verschiedener Betroffenen- und Interessensgruppen. Neben einer Literaturrecherche wurden Fokusgruppen mit PädagogInnen und Eltern, Interviews mit ExpertInnen und eine schriftliche SchülerInnenbefragung an drei Grazer Schulen durchgeführt.

Ergebnisse

Die Gesamtbewertung zeigt, dass die GTS – im Vergleich zu keiner schulischen Tagesbetreuung – eine Reihe von potenziell kurz-, mittel- bis langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit der 10- bis 14-jährigen SchülerInnen (in Bezug auf die untersuchten Gesundheitsdeterminanten) hat:

  • Stark positive Auswirkungen sind auf der Beziehungsebene (stärkeres Beziehungsgefüge zwischen PädagogInnen und SchülerInnen bzw. unter SchülerInnen) und im Bereich Sozialverhalten (soziale Bewusstheit, weniger aggressives und störendes Verhalten im Unterricht) zu erwarten. Besonders relevant erscheinen auch die potenziell stark positiven Auswirkungen auf die Fördermöglichkeiten und Noten. Eine GTS kann durch den zeitlichen Rahmen und das inhaltliche Konzept individuelles Fördern und Fordern erleichtern.
  • Weitere potenziell positive Auswirkungen des GTS-Besuchs wurden bei folgenden Determinanten identifiziert: Lebenskompetenz, Beteiligungsmöglichkeiten, Familienklima, Verpflegung, Integration von Bewegung, freie Zeit und Schuldruck.
  • Die einzige identifizierte potenziell negative Auswirkung wird in Bezug auf die Teilnahme an außerschulischen Freizeitaktivitäten wie z.B. Musikvereinen, Sportvereinen, religiöse Gruppen u.a. gesehen.

Die beschriebenen potenziell positiven Auswirkungen können sich aber nur unter bestimmten Voraussetzungen entfalten. Die zentrale Empfehlung aus der GFA lautet daher, sicherzustellen, dass die notwendigen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen geschaffen werden, da diese unmittelbar auf die Struktur- und Prozessqualität einer GTS wirken. Gemeinsam mit dem Lenkungsausschuss wurden wesentliche Empfehlungen formuliert.

Damit die GTS einen wirkungsvollen Beitrag zur Reduktion von gesundheitlicher Ungleichheit leisten kann, gilt es, die Zugänge zur GTS für Kinder aus sozial benachteiligten Gruppen zu erleichtern.

Fact Sheet GFA Ganztagsschule Projektendbericht GFA Ganztagsschule Begutachtung Endbericht GFA Ganztagsschule

Kontakt:

IfGP, Mag. (FH) Ines Spath-Dreyer, MPH
Tel: 0502350-37932
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Styria vitalis, Mag. Dr. Christine Neuhold
Tel: 0316 | 82 20 94-51
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.